Innenministerium: Referentenentwurf zur Ausspionierung von Verlagen und Journalisten

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Eine selten in diesem Zusammenhang verwendete Vokabel ist die der Medienbeobachtung. Zeit-Online berichtet gestern von einem Referentenentwurf des Innenministeriums, der es den Geheimdiensten zukünftig möglich machen soll, nicht nur die Beiträge, die in den Medien veröffentlicht werden, zu beobachten, sondern gleich auch Medienhäuser, Verlage, Rundfunkanstalten und freie Journalistinnen und Reporter mit.

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„Tansgeräte“

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Die Frankfurter Allgemeine veröffentlichte die Tage einen Text zum Thema künstliche Intelligenz und der populären Vorzeigedisziplin „Sprach“erkennung. Die Rede ist von Alexa, Siri und Cortana, Stimmen, die die Funktion bestimmter Geräte erweitern. Entsprechend einer Studie der Unesco seien diese Stimmen mittlerweile für viele Menschen ein Gesprächspartner, mit dem sie mehr sprächen, als mit echten Menschen. „Gesprächspartner“, heißt es, nicht Partnerinnen, obwohl es sich um weibliche Stimmen mit weiblichen Vornamen handelt.

Die Geräte, aus denen die Stimmen erklingen, werden aufgrund dieser Stimme personalisiert und bekommen ein Geschlecht? Mit der weiblichen Stimme in einem sächlichen („es“) oder männlichen („er“) Körper müsste es sich genau genommen um „Transgeräte“ handeln. Aber das führt zu weit.

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Social Media: Plastik

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An anderer Stelle habe ich über den Zusammenhang zwischen sozialen Medien und öffentlicher Meinung geschrieben und eine Studie erwähnt, die sich damit befasste, wie Meinungsklima mit Hilfe von Social Bots innerhalb der sozialen Medien verändert wird. Im Zusammenhang mit den Ende Mai anstehenden Europawahlen wird wieder häufiger über dieses Thema gesprochen. Dabei wird das Verhältnis zwischen öffentlicher Meinung und sozialen Medien so verstanden, dass vor allem der Einfluss von facebook, Twitter und Co. auf die „wirkliche Wirklichkeit“ problematisiert wird. Im folgenden möchte ich einen anderen Aspekt von Meinung in sozialen Netzwerken behandeln. Es geht um die Veränderung von Meinungen im Laufe der Zeit.

Nachgespürt werden soll dem Umstand, wie und wann sich das Verhältnis der Nutzerinnen und Nutzer zu „Plastik, Plastikverpackung und Plastikmüll“ verändert hat.

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Ungoogleability

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Von der nordamerikanischen Autorin Linda Besner stammt der Begriff der „Ungoogleability“. Sie bezieht sich damit auf einen Umstand, der sich über die Eingabe in der Suchmaschine nicht klären läßt und einem Impuls folgt, der aus der Erfahrung entstanden ist, dass vieles, was man nicht weiß, Klärung findet, nachdem man es „gegooglet“ hat. Dass letztlich nie Google selbst die Unwissenheit beseitigt, sondern der Inhalt einer oder mehrerer in der Ergebnisliste präsentierten Internetadressen, ist (für Google) nebensächlich. 

Was sind aber Fragen, die ungooglebar in dem Sinne sind, dass nach ihnen zwar gesucht, ein (klärendes) Ergebnis aber nicht erwartet werden kann?

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Japan, Zeitumstellung

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In Japan steht ein großes Ereignis bevor. Der alte Kaiser geht, der neue Kaiser kommt. Schichtwechsel ist am 1. Mai. An diesem Tag wird Naruhito den Thron besteigen. Dass man sich nun in bestimmten Kreisen an den Silvesterabend des Jahres 1999 erinnert, hat damit zu tun, dass mit jedem neuen Kaiser eine neue Zeitrechnung beginnt. Mit Naruhito also das Jahr 1 (in Worten, eins) der Reiwa-Ära.

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Journalismus versus Content Marketing

Laut der Basisstudie 2018 des Content Marketing Forums investieren Unternehmen im deutschsprachigen Raum jährlich acht Milliarden Euro in eine neue Werbeform – Tendenz steigend.

Presse ist schon lange nicht mehr nur das Geschäft von Journalisten. Seit einiger Zeit sind es die so genannten Content Marketer, die auf sich aufmerksam machen. Content Marketer sind Personen, die nicht mit einem gesellschaftlichen Auftrag Texte und Bilder herstellen, sondern dies im Auftrag eines Auftraggebers tun.*

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Pressearbeit: So macht es Hr. H.

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Herr H. ist der wichtigste Vertreter einer Unternehmerorganisation. Er hat viel Erfahrung, hat die Pensionsgrenze schon vor „einigen“ Jahren hinter sich gelassen und bemerkt in jüngster Zeit verstärkt, dass er kürzer treten muss. Dass er immernoch auftreten kann, hat er nun kürzlich wieder in einer großen Pressekampagne unter Beweis gestellt. Der in der Region wichtigsten Tageszeitung stellt er sich zu einem Interview, dessen wichtigste Inhalte auf der ersten Seite in Form eines mehrspaltigen Berichts wiedergegeben werden. Herr H. weiß wie Pressearbeit geht. Er hat die Erfahrung. Sein Bericht beginnt deshalb mit der Feststellung, dass alleine die von seiner Organisation vertretenen Unternehmen zwischen 2007 und 2016 41% der Jobs geschaffen haben.

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