Wie sich Unternehmen zu digitalen Plattformen verhalten

Forklift 835340 1280

Anfang Herbst des letzten Jahres führte ein kleineres Beratungsunternehmen eine Umfrage unter 355 EntscheiderInnen und SpezialistInnen durch und wollte wissen, wie diese über so genannte digitale Plattformen denken. Die befragten Personen stammten unter anderem aus der Energie- und Wasserversorgung und aus dem Bereich Automotion.

59% der Befragten gaben an, dass sie digitalen Plattformen Positives abgewinnen können und darin keine Bedrohung für ihre eigenen geschäftlichen Aktivitäten sähen. 73% hielten diese „Orte“, die man früher häufiger als „digitale Marktplätze“ bezeichnete, für durchweg sinnvoll und eine Beteiligung an ihnen oder einen Aufbau eigener Plattformen für sehr wahrscheinlich. Für 60% der Personen, die an der Umfrage teilnahmen, bieten digitale Plattformen sogar die Möglichkeit, neue Märkte zu erschließen.

Weniger kontaktscheu bezüglich dieses Themas ist die produzierende Industrie, während zum Beispiel Banken und Versicherungen ihr Geschäft durch digitale Plattformen eher bedroht sehen.

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) stellte bereits Ende 2018 fest, dass 67% der deutschen Unternehmen aus Industrie und industrienahen Dienstleistungen digitale Plattformen nutzen. Substanziell hatten diese Plattformen Ende 2018 aber an der Wertschöpfung nur einen Anteil von 7%. Seitens des BDI ist man aber davon überzeugt, dass dieser Anteil ansteigen wird.

Schaut man sich jetzt eine neuere Umfrage an, die der Branchenverband Bitcom veröffentlicht, so erstaunt es, dass nur fünf Prozent der Manager sich für Plattform-Experten halten und jeder vierte Manager noch nie etwas von „digitalen Plattformen“ gehört hat; 49% der Befragten weiß nur so „ungefähr“, worum es sich dabei handelt und was der Begriff bedeutet. Gleichzeitig ist es aber so, dass in 87% der Unternehmen die Geschäftsführung und der Vorstand – die obere Führungsebene also – für digitale Plattformen verantwortlich sind.

Zur operativen Auseinandersetzung mit digitalen Plattformen heißt es in eine Pressemitteilung der Bitkom:
„In rund einem Drittel der Unternehmen (37 Prozent), ist ein einzelner Mitarbeiter neben anderen Aufgaben für Plattform-Fragen zuständig. In jedem Fünften (20 Prozent) befasst sich ein einzelner Mitarbeiter ausschließlich mit Plattformen. Nur in 16 Prozent der Unternehmen sind mehrköpfige Teams für digitale Plattformen zuständig – in 12 Prozent neben ihren anderen Aufgaben, in 4 Prozent sogar ausschließlich. In jedem vierten deutschen Unternehmen (24 Prozent) kümmert sich allerdings überhaupt niemand auf operativer Ebene um digitale Plattformen.

Befragt wurden 502 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten.

Burkhard Heinz

mediatpress®