Menschen wachsen Hörner


Der geneigte Leser oder die geneigte Leserin fasse sich einmal an den Kopf. An den Hinterkopf. Dort, wo im Nacken die Wirbelsäule in das Hinterhauptbein übergeht. Man wird mit Leichtigkeit die nach oben Spitz auslaufende Wirbelsäule und die sich nach oben verjüngende Schädelaussparung für die Aufnahme der Wirbelsäulenausläufer ertasten oder zumindest erahnen können. Wichtig ist nun genau die Stelle, wo der weichere Nacken in den harten Kopfknochen übergeht. Was bemerken Sie an dieser Stelle? Eine kleine, verhärtete, knochige Ausbuchtung? Nein? – wie langweilig! Ja? – jetzt wird es interessant!

Denn Mediziner im australischen Queensland haben bei der Untersuchung von 1.200 Röntgenaufnahmen genau diese kleine Abnormität festgestellt und als Horn-Verwölbung beschrieben. Sie kann bis zu 30 Milimeter groß werden.

Besonders ausgeprägt sei diese Formation bei Personen im Alter zwischen 18 bis 30 Jahren.

Horn-Verwölbungen sind nichts Besonderes, keine Krankheit und nichts, was weiter zu beobachten Wäre. Eigentlich sind solche Verknöcherungen typischer für ältere Personen, sind sie doch vergleichbar mit der Bildung von Hornhaut an besonders strapazierter Haut.

Was ist nun aber der Grund für die besagte Horn-Verwölbung?

Dazu erklären David Shahar und Mike Sayers, die beiden Mediziner, die als Autoren der Studie fungieren, sinngemäß, dass durch die stundenlange Nutzung des Smartphones und der damit einhergehenden gebeugten Kopfhaltung Sehnen, Bänder und Muskeln im Nackenbereich besonders beansprucht würden. Die Mehrbelastung gegenüber einer aufrechten Körperhaltung beziffern sie mit dem Faktor 6.

Um mit Sicherheit zu sagen, dass das wirklich so ist, war die Stichprobe allerdings etwas zu gering, so die Kritik.

Burkhard Heinz
mediatpress®

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