Journalismus? Brauchen wir nicht!

Ohne Titel

Die Polizei eines sehr kleinen Bundeslandes im Norden der Republik führt eine Razzia durch. Die Presse erfährt davon und will Näheres wissen. Es werden Anfragen formuliert, aber keine einzige dieser Anfragen wird beantwortet.

 

Journalistinnen und Journalisten versuchen ihr Glück in den digitalen Netzwerken. Das Erstaunen ist groß, als ein Video auftaucht, in dem ein Polizeisprecher eine „Pressekonferenz“ gibt. Mit Anführungszeichen, denn es ist eine „Pressekonferenz“ ohne Journalisten, bei der die Fragen von der Polizei selbst gestellt werden.

Ein flächenmäßig etwas größeres Bundesland im Süden der Republik geht einen ähnlichen Weg. Man sei engagiert in den Social Media-Kanälen und beobachte das große Interesse der Bürger, die so mitunter besser als über eine Zeitungsmeldung zu erreichen seien: ein Tweet oder Posting erreiche teilweise mehr Menschen.

In seiner Kolumne für die Zeitschrift „Der Journalist“ stellt Frank Überall fest, das „Tageszeitungen aktuell [immer noch]eine Reichweite von 89 Prozent“ haben und ihre Leser und Leserinnen mit ihren zusätzlichen Onlineangeboten rund um die Uhr informieren. Allerdings ohne ungefilterte PR, so Überall.

Die Frage sei erlaubt, ob die Bremer Polizei und die Rheinland-Pfälzische Landesregierung der demokratischen Kontrolle durch die „Vierte Gewalt“ aus dem Weg gehen wollen.(b)

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