Action or Emotion

User-Interaktionen sind das A und O des Internets. Um die Relevanz einer Website, eines Twitter-Accounts oder einer facebook-Seite zu bestimmen, sind die User-Interaktionen das oberste Kriterium. Ohne Likes, Shares und Kommentare haben es Angebote eher schwer auf vorderen Plätzen von Suchmaschinen-Ergebnissen gelistet und damit wahrgenommen zu werden. Dieses Kriterium ist nun aber alles andere als ein neutrales Kriterium. Thorsten Becker, Leiter Social Media bei Spiegel Online, meint dazu, dass zum Beispiel Kommentare, ob positiv oder negativ, im Zusammenhang mit Nachrichten schlecht funktionieren. Er führt aus, dass ‚alles, was lustig ist und wo Häme im Spiel ist, wesentlich besser funktioniert‘. Eine „guter“ Content in diesem Sinn sei „alles, worüber man sich aufregen kann“. Grundsätzlich sei es die Gefühlswelt, die viele Interaktionen erzeuge und somit Wahrnehmung steigert. Es sei typisch, das Breaking News, also aktuelle Kurznachrichten oder Eilmeldungen, am ehesten geteilt und Inhalte, die wütend machen, am ehesten kommentiert würden. Lustiges würde hingegen am ehesten geliked. Becker redet nicht schön und ist sich bewusst, dass diese Sachlage für ein Nachrichtenmagazin durchaus problematisch ist. „Das ist ein bisschen schwierig, weil wir [von Spiegel Online] natürlich einen ganz, ganz starken nachrichtlichen Fokus haben und überhaupt keine Tendenz dazu, Nachrichten emotional zu drehen.“

Zitate aus März-Ausgabe der Zeitschrift „journalist„, S. 28

Burkhard Heinz
mediatpress®

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