Traumhafter Nahverkehr

Jetzt wird über City-Mauts diskutiert. In den Großstädten des deutschen Autolandes wird Zeit in Staus vernichtet, es herrscht schlechte Luft und infernalischer Verkehrslärm.

Am Beispiel London ist zu erkennen, daß eine City-Maut nichts ändert am Verkehr und keine Straßensituation verbessert, aber Begehrlichkeiten von Steuereintreibern befriedigt. Derzeit zahlt der Bund noch jährlich 1,3 Milliarden für den Nahverkehr. Das soll bis 2014 auf Null reduziert und ganz den Ländern und Kommunen überlassen werden. Wir brauchen also klare Konzepte, die zukunftsfähig sind. Um Änderungen kommen wir nicht herum. Schlechter, als es heute ist, – mit Ausnahmen, z.B. zwischen Karlsruhe und Mannheim -, kann und darf es nicht werden.

Traumhaft, ideal und der Rede wert ist ein Nahverkehr, der entschieden verbilligt wird, also wesentlich billiger als die Verwendung von vierrädrigen Dreckschleudern ist. Bestenfalls sogar kostenlos, zumindest für Teile der Bevölkerung. Und der außerdem so getaktet wird, daß man mit unschlagbar kurzen Wartezeiten schnell ans Ziel kommt. Wenn das wirksam eingerichtet wird in allen deutschen Großstadtregionen, also rund um Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Köln usw. Dann wäre das infrastrukturell so wertvoll, wie die Überwindung der Pferdekutschen.

Wenn dieser volkswirtschaftlich und ökologisch sinnvolle und derzeit leider noch „traumhafte“ Zustand erreicht werden kann durch eine Verbrauchs-Steuer für Autonutzung in Städten – und es eine gesetzliche Sicherung für die genannte infrastrukturelle Mittelverwendung gibt, dann kann eine City-Maut sinnvoll sein, anders nicht.