1. Januar 2018 – Neues Jahr – Neue Zeit

Zeit, das kann man merken am Neujahrstag, ist eine Sache des  Bewußtseins. Wir Menschen machen Abschnitte, Unterschiede und treffen Ent-Scheidungen. Dabei begegnen sich jeweils kontinuierlich Fließendes und im Moment Erlebtes.

Beide Aspekte, unlösbar verbunden, bilden ein Paradox und sind nicht in einem Entweder-Oder trennbar. – Zeigen nicht beide Aspekte gleichwertige Perspektiven von Lebendigkeit? – Ein Paradox führt auf einer höheren Ebene einander bedingende Gegensätze zusammen. Ein Paradox überwindet das Ausschließliche.

Besonders in Europa und der durch Europa westlich, jüdisch und christlich geprägten Welt wurde dabei das Phänomen der Entwicklung, des Fortschritts und der Veränderlichkeit  betont. In anderen Kulturen dagegen mehr das kontinuierliche Fließen, das Beständige, die Dauer. Bildung ist in beiden Sphären von hoher Bedeutung, nur wurden unterschiedliches gebildet.

Die Problematik heute ist, so scheint es mir, dass wir uns von den eigenen  Daseinsgründen abwenden. Wir leugnen oder verdrängen Paradoxien, versuchen sie wegzuschieben, auszublenden. Und schlagen uns entweder in Scheinvorstellungen von Ewigkeit oder binden unseren ganzen Sinn an vergängliche Äußerlichkeiten. Als Fortschritt bezeichnen wir dann einen Zuwachs an Anhäufungen, z.B. von leeren Gegenständen und scheinnützlichem Wissen.

Wo sind die Ideen für eine Zukunft im Zusammenleben von menschen, die sich nicht in unterschiedlicher Kombinatorik oder Wiederholungen erschöpft, sondern Neues wagt, Neues ausprobiert, erlernt? Wo ist die Zuversicht, das Zutrauen?

Oktavio Paz, der mexikanische Dichter, (1914 – 1998) schrieb in seinem Gedicht „1. Januar“:

Die Türen des Jahres öffnen sich
wie die der Sprache,
auf das Unbekannte zu.
Gestern Abend hast du mir gesagt: Morgen.
müssen wir uns Zeichen ausdenken,
eine Landschaft skizzieren, einen Plan anfertigen
auf der Doppelseite
von Tag und Papier.
Morgen müssen wir
die Realität dieser Welt
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Nichts bleibt erspart

Eine Wahl haben, empfinde ich seltsamer Weise derzeit als Qual. Etwas stimmt nicht mit mir. Ich lebe in einem reichen demokratischen Rechtsstaat und ich habe keinerlei Verständnis für den Slogan: „Hol Dir Dein Land zurück“. Es hat mir schließlich nie gehört. Und im Gegensatz zum Dasein in vielen anderen Ländern lese ich über Elend nur in den Zeitungen oder bekomme die sich stürmisch ausbreitende Not  in den abendlichen TV-Nachrichten vorgelesen. Andererseits gehöre ich weder zu den Gewinnern, noch zu den Verlierern, weder der Globalisierung, der Flüchtling-Daseins, noch des Klimawandels.  Nicht dass ich keine lange Liste von Verbesserungswünschen hätte, die habe ich. Vielleicht auch deshalb lese ich ab und an ermüdend emotionale und moralisch aufgeladene Kommentare, die aus lauter cartesischer Durchzweifelung die Tatsachen, sachlich gesehen, aus den Augen verlieren. Aus den Augen geraten dazu noch bequemerweise jegliche Selbstzweifel, jegliche Selbstkritik  gleich mit. 

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Arbeit 4.0 braucht neue Politik – nicht nur 2017

Derzeit  schielt man landauf, landab auf Trump, wie der Hase auf die Schlange. Protektionismus, also Bevorzugung der eigenen Nation statt Austausch und Vernetzung in einem globalisierten und ausgeglichenen Handel und Wandel, das ruft Entsetzen hervor. Wo soll das enden, fragt man sich. – Nur liegt das Problem weder im Verhalten des Herrn Trump noch ist es neu. Es wird nur deutlicher, dass es da ein Problem gibt. Die nationalistische Drift in Europa hat ihre Gründe nicht bei Trump und es gibt doch Parallelen. Offenbar geht es verschiedenen Kräften um Erhalt oder Erlangung von Kontrolle oder Herstellung einer verlorenen Ordnung. Was liegt dem zugrunde? Und welcher Geist ist aus der Flasche – und kann offenbar schwer wieder eingefangen werden? Immerhin kann festgestellt werden, dass die Annahme, daß marktwirtschaftliche Antworten immer besser seien, als politische, zum Rückzug staatlicher Daseinsfürsorge geführt haben. (H.Däuble, Spiegel).

Es gibt sichtbar ein Problem mit den Regeln des Ausgleichs und der Teilhabe in einer global vernetzten Welt. Man könnte auch sagen, es krankt das Verhältnis von Wirtschaft und Staat. Die Schutzfunktion von Rechtsnormen hat sich verändert, anders gesagt, das Zusammenspiel verschiedener Rechtsordnungen mit den Playern im wirtschaftlichen Kontext wird äußerst fragwürdig ausgelegt und angewandt. Weltkonzerne und Banken spielen die Rechtssysteme gegeneinander aus mittels der Hochgeschwindigkeit und Komplexität der weltweiten Vernetzung, – vor allem bedingt durch Technologie und Finanzindustrie. Die Geschwindigkeit und Dominanz finanztechnischer Einflüsse auf das staatliche Handeln ist ein relativ junges Phänomen. Die sozialen Auswirkungen sind enorm.

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Emotionen und Dominanz-Politik demolieren die Offene Gesellschaft.

Jetzt ist schon Februar. Das nasskalte Wetter kann einem weit weniger anhaben, als das täglich medial dargebotene Krisengewitter. Gegen das eine gibt es Kleidung, vor dem Anderen gibt es nur scheinbar ein Entrinnen. Sich über die jüngsten Zweizeiler des US-Präsidenten auszulassen und über die Frage, ob Fakten in der Politik eine Bedeutung haben, macht einen Schädel, wie ein Grippevirus. Man kann die Abgründigkeit der Frage empfinden nach der Wirklichkeit, nach Tatsachen und muss um Fassung ringen.  Wie anstengend, wenn die gewohnten Ordnungsrahmen selbst Teil des Problems werden. Es kann einem bange werden angesichts dieses europäischen Wahljahres 2017. Karl Popper schrieb schon 1938 gegen die Feinde der Offenen Gesellschaft an. Sieht man auf die EU-Rechten, auf Steve Bannon, kann man annehmen, wir stehen wieder an diesem Punkt.

Bestehen die einzigen Alternativen tatsächlich nur aus Resignation oder zu Brutalität neigenden Vereinfachung? Was oder wer vermag angemessen Ausgleich zu  erzeugen? Wohin den Sinn richten?
Gab es da nicht ein Friedensprojekt EUROPA? Die Zweifel führen die Listen der Suchmaschine an. Wo ist ein Jaques Delors, wo ein Jean Monnet, wo ein Visionär für ein Vereinigtes Europa?  Eines das nicht nur den deutschen Vorteil meint.

Wir profitieren, darauf wird vehement bestanden, von der Globalisierung. Das „Wir“ soll vermutlich mich meinen und dich natürlich auch. Vermutlich meinen aber diejenigen, die so sprechen vor allem sich selbst.

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Die Menschen mit den langen Löffeln

Lieber Niels

Danke für Deine liebe Antwort. …. Das Schlüsselmotiv in meinem Weihnachtsgruß zielt auf Fragen, die sich aus der Massenflucht ergeben, mit der wir es zu tun haben. Da ist offenbar etwas nicht länger wegzuschieben und auszublenden. Was ist das? Auf was macht es aufmerksam?

Wir haben nun also die ganze Welt, „alles“, wie man sagt, mit unserer Ratio ausgekleidet, und finden uns vielfach ratlos.

Nicht nur, dass die Distanz als Qualität Schmerzen bereitet. Das reicht nicht. Sondern nun rückt uns das Ungelöste auch noch tausendfach auf den Pelz.

Und ich glaube, da ist niemand ausgenommen davon. Es sieht alles nach einer tiefgreifenden Fragestellung aus.

Alte oder neue historische Erklärungen, wie „Völkerwanderung“ oder „Globalisierung“ „neues Nomadentum“ wirken stumpf.

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Irritationsgemenge aus geistloser Passivität und Hysterie

Nicht, dass ich wüßte. Und wer zu wissen vorgibt …

Es wäre in der gesellschaftlichen Weltlage schon viel, wenn nicht aus lauter Nicht-Verstehen, Geschrei oder Programm würde.
Wenn politische Willensbildung durch charismatisch inszeniertes und ideenloses Tun-als-ob oder diskriminierendes Geschrei ersetzt wird, dann wird es eng. Was wird da gewählt, wo wir doch täglich, in jeder Situation die Wahl haben, nicht nur vierjährig.

Das passive Zuschauertum wählen?

Und es wäre schon viel, wenn die Absicht, sich selbst mächtig zu gerieren nicht ausuferte in perfides auseinander-dividieren.
Wenn die Starken ihre Stärke aus der Schwächung der Anderen ziehen, sind sie schon auf der finsteren Seite, dort wo jedes Menschliche eingehen muss, – nichts mehr wachsen kann.

Die Frage ist doch: Was eint uns denn? Was eint uns alle?

Immer weniger Reiz- und Stichworte sind nötig, wie Sloterdijk beschreibt, um bedingte Reflexe auszulösen, mit dem entsprechenden Speichelfluß. Statt Diskurs entsteht Lähmung, Rückzug oder gewaltiges Geschrei.

Schatten in der Sackgasse

Lieber Bix. Deine Geschichte vom Ford-Transit in der dunklen Sackgasse, den bärtigen Männern und Deinen Erwägungen zwischen Beunruhigung und Übergehen zum Alltag, finde ich spannend. Du weißt nicht, was Du von Deiner abendlichen Beobachtung halten sollst, trotzdem beunruhigt sie.

Furcht und Schrecken ist die wörtliche Übersetzung, die in dem Wort Phobos, in unserem pathologisch gemeinten Gebrauch „phobisch“ steckt. Die Anschläge von Paris rücken uns offenbar kollektiv etwas näher, was doch seit Jahren tagtäglich in Syrien, im Libanon, in Mali, in anderen Ländern zum tragischen Alltag gehört: Eine unberechenbare Eskalation grausamer Gewalt. Furcht hat im tiefsten Grund ihre Ursache im Sich-abgespalten-erleben. Uneins-sein, Getrennt-sein bedeutet Kontrollverlust, das erzeugt Verunsicherung und Furcht.

Nehme ich diese Gewalt in den Nachrichtenmeldungen wahr, unterbreche ich kaum die Kaubewegung beim Verzehr der Kartoffelchips, wenn ich vor der Mattscheibe teilhabe ohne teilzuhaben. Es bleibt ein wages, unbestimmtes Grauen, das sich äußert in einer unbeobachteten Zunahme von resignativer Passivität mit anschließender Feindbildproduktion im Kopf.

Das fremde Böse außer mir lenkt ab, von dem Bösen in mir. Meinen Anteil bemerke ich nicht, sehe ihn nicht gerne, wahrlich nicht: Es ist zu schrecklich, weil zu undurchdringlich, zu subtil.

Den Anschlag von Paris nannte man bald das 9/11 für Europa. Und dann sind da noch die endlos erscheinenden Ströme der Flüchtlinge. Und nun schaut man in eine dunkle Sackgasse mitten in der eigenen Stadt, sieht fremde Schatten – und es packt einen das Grauen vor dem Ungewissen. Anders gesagt, die bisherigen Gewissheiten sind erschüttert.

Es lohnt sich, die schattenreiche Sackgasse, den Schrecken nicht abschütteln zu wollen und sie zugleich kritisch zu dekonstruieren. Vielleicht als ein Versuch, durch verstärktes Hin-denken das Wahrzunehmende aufzusuchen und zu verdeutlichen. Was will im Schrecken, im Dunklen wahrgenommen, gesehen werden? Vielleicht ist es die eigene Schattenproduktion.

Aber gerne zuerst einmal weiter der Blick in die eigene jüngere Geschichte: 9/11 war ein Verlust von „wir-haben-es-im-Griff“. Das hat eine Welle ideologischer Einigkeit (Patriotismus = Wir gegen die) gegenüber „dem fremden Bösen“ ausgelöst, was dann medial in Endlosschleifen verbreitet, in die Formel des „War on terror“ gegossen wurde. Es ging um „unser System“. Gesagt wurde „Freiheit“ gemeint war aber vor allem auch „Control on markets“. Auf dessen Grundlage wurde als nächstes eine „Allianz der Willigen“ geschmiedet, die mit rüdem Druck gegen autonome Regierungen und Länder in unsinnige Kriege zog.

Das Ergebnis dieser Kriege ist, – abgesehen von den Milliarden-Gewinnen für den Security-Unternehmer Dick Cheney -, nichts als Verlust von Sicherheit, Kontrolle und tausenden von Menschenleben.
O.K., das ist vermutlich schon polemisch. Und doch fällt einem die glauben-machen-wollende Formelhaftigkeit der westlichen Sprache in den anfänglichen Jahren des 21.Jh. – und bis heute – auf.

Weitsichtiges checks and balances, ein partnerschaftliches Prinzip in der Politik, das nach sozial- und rechtsstaatlichem Ausgleich strebt, wurde offen sichtlich ausgetauscht durch zermürbendes und reaktives Krisengerede und polarisierende gegenseitige Erpressung. Während die soziale Not in zu vielen Regionen der Welt steigt, hat die steuerbefreie Umdrehung der täglichen Geldbewegungen an den Börsen immer weiter zugenommen.

Was aber vor allem dabei zugenommen hat, ist der internationale Terrorismus, den vor allem unser „strategischer Partner Saudi-Arabien“ finanziert. Ist es bereits paranoid oder verschwörungsthoretisch, wenn man sagt: Man hat nun Grund, Geld in Rüstung zu stecken und Kontroll-Gesetze zu verschärfen?

Die Jahre des „state-building“ (Paul Bremmer im Irak) (Militär sichern die NGOs in Afghanistan) waren eine verlustreiche, endlose Katastrophe. Im Irak ist ein politisches, kulturelles, rechtsstaatliches und militärisches Vakuum entstanden, dass den alten Sadam-Militärs die Möglichkeit bot, sich auf das vorzubereiten, was sich heute, propagandistisch schlau, stattdessen als Staat (IS) bezeichnet, und anschickt die Saudischen Doktrien einer ‚Renaissance des Islam‘ herbeizubomben. („wir“, also unsere Rechtsstaats-Idee, sind dabei der Feind). Und zugleich kaufen wir deren Öl und sie kaufen sich in unsere Firmen ein. Hatten wir nicht bereits im „kalten Krieg“ ebenfalls die Spaltung in zwei gegensätzliche Doktrien als Ratio unseres Denkens und Handelns? Sind wir wieder da gelandet?

Nun hat das alles zwar mit Glaubenssystemen, aber nichts mit frommer Religion zu tun. Es sein denn, mit dem Potential allen Glaubens, Einzelne und Gruppen zum unreflektierten Glauben an mythisch-überhöhte quasi-göttliche Eigen-Mächtigkeit zu bringen. Das ist aber nicht nur dem radikalisierten Islam eigen, sondern auch dem radikalisierten Kapitalismus.
Glaube ich an die Kraft des vermeintlich Heilbringenden, habe ich Teil an ihm.

Vielmehr als mit Re-ligio, also Wieder-Verbindung, haben wir es zu tun mit dem – im Gegenteil – trennenden Mangel an aufklärerischer Reflektion der eigenen Denkvoraussetzungen. Dieser äußert sich in unseren eigenen gruppenhaft angelernten und täglich selbst bestätigten ideologischen Grundhaltungen. Die verbreitete und breitgetretene westliche Weltsicht ist noch sehr viel näher an der voraufklärerischen Gläubigkeit, als wir meinen mögen. Wir glauben zum Beispiel, Geld regiere die Welt. Wir glauben, wenn jeder für sich sorgt, sei für alle gesorgt. Wir glauben, eine naturwissenschaftliche Funktionsbeschreibung ersetze oder erkläre ethische Grundhaltungen.

Damit kommen wir zum kritischen Punkt der eigenen Passivität. Sie bezieht sich auf „den Anderen“, unser Bezogen-sein. Diese Passivität gegenüber Anderen speist sich aus einer zur anspruchsvollen und teilnahmslos konsumierenden Bequemlichkeit erziehenden Ideologie des Kapitalismus. Kapitalismus ist das abstrakte System, mit dem wir uns mehr und mehr voneinander distanzieren. Abstrakt sind die Preise, distanzierend ist der Bezahlverkehr.

Um es ins Bild zu bringen: Die vollen Regale stehen begegnungslos, reibungslos, in entmenschlichten Schattenwelten. Unendlich viel menschliche Kräfte befassen sich mit der Optimierung von Plastik-Verpackungen, deren Inhalten, Bewegung, Lagerung und Verbrauch. Große Teile des Geldes verschwinden in dunklen Kanälen, statt zurückzukehren zu den Menschen. Wir sehen ohnmächtig den „Marktgesetzen“ und den als „legitim“ und „legal“ bezeichneten Steuerbetrügern zu, als entsprängen diese göttlich unverrückbaren Naturgesetzen. Das ist nichts anderes als magisches Denken.

Unsere Passivität speist sich aus der falschen Annahme dessen, was wir Besitz nennen. Wir meinen, mit dem Kauf und der Bezahlung könnten wir jegliche Schuld und Mitverantwortung tilgen. Wir meinen, wir würden besitzen, was wir bezahlt haben, aufgrund unseres eigenen – sich von der Faulheit und Dummheit Anderer unterscheidenden – Fleißes. Wir haben selbst verdient, dass es uns so gut geht. Den wahren Preis bezahlen die, denen wir den Zugang verwehren. Unsere arrogante Selbstgerechtigkeit ist kaum mehr zu überbieten. Ich spreche also über die Wirkung von Lebenslügen, unsere Abspaltungen und über anstehende Entwicklungsschritte.

Furcht und Schrecken steigen, also das Phobische, vor allem angesichts drohender Entlarvung eines falschen Denkens und nun drohender Verluste. Dazu gehören natürlich auch Freiheits-Werte. Es geht darum, dass unsere Freiheit zu vielen Menschen auf der Welt deren Chancen auf Teilhabe kostet. Unser Mangel an ausgleichender Fairness kostet deren Freiheit, deren Bildungsmöglichkeiten und Möglichkeiten eines würdigen Lebens. Mindestens muss das innerhalb derer eigenen Wertesysteme möglich sein. Unterschiede sind nichts Schlechtes.

Klar schrecken unkontrolliert drohende Anschläge. Man könnte sich per Denunzierung verdächtiger Elemente für einige Momente, ein paar Tage, eine Woche davon befreien. Aber wir müssen im Westen wohl konstatieren: Der Geist ist aus der Flasche. Es ist wie beim Goethe’schen Zauberlehrling: Wir haben den Geist mißbraucht.

Das beweist unsere Angst, die im Kopf angekommen ist. Man sieht schon Schatten – überall gefährliche Bewegungen. Die bewegten Schatten sind aber die Gegenbilder unser aller Unterlassungen, Passivitäten, Ablenkungen von dem, was tagtäglich in einem Großteil der Welt grausam vor sich geht. Jeder dieser Schatten ist das Echo unserer In-Kauf-nahme einer tiefgreifenden Respektlosigkeit und Ignoranz unserer Geiz- und Übervorteilungs-ideologischen Lebensweise.

Aber, wie die tausenden Flüchtlinge nicht mehr aufzuhalten sind, wird der Terror uns unsere Botschaft, die wir seit Jahrzehnten aussenden, zurücksenden:
Wir haben das Recht; wir haben die Mittel; wir haben die Möglichkeit; wir haben die Freiheit, wir haben, wir machen. Wir lassen uns nicht bremsen. Das ist die gnadenlose westliche Logik.

Nichts anderes wendet Putin in Russland gegen „den Westen“ an, nichts anderes wenden die verführten Dumpfbacken aus den Pariser, Londoner und Brüsseler Vorstädten gegen „uns“ an. Denn „die“ da, hatten – in den meisten Fällen – in keinem „Wir“ eine würdige Chance. Das bezieht sich auf die alten Kolonialstaaten, auch den Iran – und es bezieht sich auf die Vorstädte, von wo aus die Söhne nicht-integrierter Einwanderer rebellieren. Und die intelligenten unter ihnen, nutzen die Chance, sich als Führer zu stilisieren. Diese jungen Leute rebellieren gegen das Ausgestoßen-sein.
Die Soziologen sagen: In den radikalisierten Islamistengruppen entstehen die Bezogenheiten, die sie „bei uns“ nicht gefunden haben. Sie erleben, manche erstmals in ihrem Leben, Zugehörigkeit zu etwas Größerem, sie erleben, etwas bewirken und verändern zu können.

Dieses Größere ist uns im Westen leer geworden, abhanden gekommen. Die eigene Privatheit, solange sie sich an nichts wirklich und tatsächlich anschließt, eignet sich offenbar nicht als Ersatz für Größeres. Das ungesunde Gegenbild des fundamentalistischen Kapitalismus ist der unbedingte Anspruch auf andere ausschließende, auf Furcht und Schrecken gebaute Privatheit.

Und zugleich gilt: Phobos, der Schrecken, ist keine Antwort. Schrecken ist der Irrtum unserer fundamentalistischen Denkweise, – auch der der Terroristen. Angst und Schrecken erstarren geistig vor einer integrierenden Klärung, vor der nötigen Veränderung des Denkens. Weil nämlich aus Schatten falsche Schlüsse gezogen werden. Phobie vertieft die Kluft, die Distanz – ohne zu lösen. Es sind neue (gesundende) Haltungen notwendig.

Ich hätte die Herren in der dunklen Sackgasse vielleicht mit einer Frage angesprochen, hätte ihnen meine Befürchtungen mitgeteilt, mich um Aufklärung bemüht, hätte um Verständnis gebeten dass ich in diesen unruhigen Zeiten trotzdem gut schlafen möchte. Ich vermute, das hätten die verstanden.
Hätte sich mein Schatten-sehen in ihrem Verhalten trotzdem bestätigt, wäre ich vermutlich schon zur Polizei. So würde ich meine Chance auf Klärung verdoppeln. Sonst bleibt nur im Unbestimmten grollend heranreifende Angst, die nichts klärt, aber die Schatten verlängert und dunkler macht.

Am Ende der ebenfalls möglichen phobischen Kette stimme ich womöglich noch radikaleren Maßnahmen und waffenstrotzenden Freiheitseinschränkungen zu, deren Schrecken in einer dunklen Sackgasse mit einem Ford-Transit mit englischem Kennzeichen und ein paar bärtigen, aber wie alte Weiber gekleideten britischen Freaks ihren Ausgangspunkt nahmen.

Nein, an dieser Schwelle stehe ich selbst. Und ich bin und bleibe verantwortlich für den Umgang mit meinen Beobachtungen, Vorstellungen, meinen Schatten, meinen Ängsten. Meine Angst kann mir niemand nehmen, immerhin – nur ich selbst. Es geht darum, bewußt eine Haltung einzunehmen.

Mit jedem Gedanken, jeder Geste, jeder Antwort gestalte ich einen Teil meiner und der mich umgebenen Wirklichkeit. Es wird einmal mein Leben gewesen sein, dessen Ende ich nicht bestimmen kann. Nichts anderes lebt auf als „Welt“, als die, auf die ich schaue. Und es gibt derer viele Welten, die jedoch in einer Welt zusammenleben. Alles Weitere fällt schwer zu bestimmen und ist nicht selten pure Abstraktion. – Ich muss mich entscheiden.

Gewalt im Namen Allahs – wie denken unsere Muslime?

eMail an die ARD zur Sendung von Günter Jauch in der ARD am 28.09. 2014

Das war der Untertitel der Sendung
„Massenmorde, Enthauptungen, Folter: Seit Monaten beherrschen die brutalen Bilder aus Syrien und Irak unsere Nachrichten. In den Reihen der IS-Terroristen kämpfen auch junge deutsche Muslime, die sich hierzulande radikalisiert haben. Die Sendung vom Sonntagabend.“

Peinliches Niveau – der Schlaf der Gerechten

In einer entzündlichen Situation braucht es nicht noch mehr vom ‚Brustton der Überzeugung‘. Sind wir im Vergessen der Kunst der Aufklärung?

Leider hat diese Talk-Runde – wie so oft – nur weiter angeheizt und verwirrt, als gäbe es davon nicht schon überreichlich. Die Chance zur Verständigung wurde, mangels moderativer (moderare) Idee vertan. Ging es wiedermal darum, die eigene Peergroup zu bestätigen? In den aufgeheizten Zeiten der Kriegstreiberei: Was unterscheidet den Salafisten von einem CDU-Abgeordneten?

Weder mußte der Prediger sich zum Grundgesetz bekennen, noch hat Bosbach, z.B. durch eine eingehende Frage, dem Prediger Respekt erwiesen. Was hätte der Prediger geantwortet auf die Frage: Wie geht es den jungen Muslime, die zu Ihnen kommen, in unserem Land? Was kann die Regierung tun, um die Sorgen der jungen Muslime zu lindern? (z.B. Anti-Diskriminierungs-Richtlinien bei Bewerbungen). Nichts davon habe ich vernommen.
Die muslimische Spiegelredakteurin darf unwidersprochen die notwendige und richtige Aktion vieler Muslime „not in our name“ diskreditieren, mit dem falschen Argument, daß in deutschen Städten niemand Schilder hochhalten müsse, um sich gegen die NSU auszusprechen. Sie negiert die Anti-Faschismus-Demos in zig deutschen Städten beim Aufmarsch von Faschisten. Und sie bestärkt damit das („islamophobie“) gepflegte Opfergefühl.

Regelbasis herstellen, Regelverhandlung und Regelbestätigung, Widerspruch bei Regelverstoß, das ist Moderationshandwerk. Und auch Politik sollte das als demokratischen Auftrag und ihr Handwerk ansehen.

Jauch bemerkt und fragt zu all dem nichts, sondern schwimmt als Moderator nichtssagend zwischen den eifernden Positionsmächten. Natürlich ist die Beschwerde über die „repräsentative Umfrage“ zum Islam berechtigt. Es ist doch genau das Benzin ins Feuer, wenn man Islam gleichsetzt mit Fundamentalismus. Wo sollen diese Unschärfen nur hinführen?

Jeder Corpus-Dei-Mann oder Zeuge Jehova hätte auf dieser fälschlich gebotenen Bühne, Kreide fressend aber im Predigerton, aus seinen Schriften zitiert – und doch den Wolf nicht verbergen können.
Jeder, der heute nur aus Lehrbüchern zitiert oder auf Buchstaben beharrt, ob Grundgesetz, Bibel, Talmud oder Koran, kommt doch seltsam -scheingebildet – und selbstgerecht rüber. Der Prediger hat brav Vorurteile bedient. Die jungen Muslime kennen ihn aber nicht anders. Jauch hilft, das alle sich bestätigen, was sie sowieso schon voneinander halten. Das ist so unnötig wie das Gerede von Angela Merkel, daß es uns nie besser ging.
In dem man Ebenen vermischt, wird medial millionenfach die Verwirrung vermehrt. Fassen Sie so Ihre journalistische Verantwortung, Ihre Profession auf?

Jauch entmischt – offenbar schlecht vorbereitet- , als Moderator nichts, nein er jammert hilflos dem Beifall hinterher, den dieser Prediger natürlich von den Seinen erhält. Bosbach holt sich ebenso billigen Beifall, mit dem so richtigen, wie viel zu allgemeinen Pochen auf das Grundgesetz. Denn das beantwortet die gegenseitige Diskriminierungsdynamik nicht. Merkt das ein Bosbach, merkt Jauch so etwas nicht? Nein, sie stecken in ihren jeweils Ideologien, sie sind sattelfest. – Aufklärung geht anders.
Der eifernde Prediger mußte keine Stellung beziehen zwischen der Geltung des Grundgesetz und der Scharia. Was ist heute seine Haltung zur Stellung der Frau? Da war keine Nachfrage. Lauter verpasste Chancen. Wie unsere Muslime denken, wie es ihnen geht, erfährt man durch erregtes und mißtrauische einander Angeifern nicht, das verstärkt nur die Distanz, es zeigt die von jahrelanger Krisenpolitik gezeichnete geistige Leere und Ohnmacht.

Die jungen Menschen, die keine Chance haben, im Ausland zu studieren oder innerhalb als allgemein anerkannte Mitbürger eine Teilhabe zu realisieren, die finden dann eben Teilhabechancen in abgewandten Peergroups. Ist denn unser Rassismus nicht der Rede wert? Ist uns Teilhabe und Anerkennung nichts mehr wert, geht es hauptsächlich um Anpassung oder Selbstbehauptung (survival of the fittest)? Dann sollten wir uns nicht wundern, welche Auswirkungen das hat.

Statt uns (selbst) darin zu hinterfragen, macht Bosbach in CSU-Manier den Hardliner.
Ja werden wir jetzt alle zu Mir-san-mir-Bayern und AfD-lern? Wo soll uns das erstrebenswertes hinführen?
Der Panorama-Journalist bringt die spalterisch-gefährliche Dynamik, die herrscht, auf den Punkt, als er ausspricht, daß die beiden gegensätzlichen Positionen einander (miß-) brauchen für ihr jeweiliges Feuerlein, an dem sie sich wärmen.

Historisch gesehen, war es immer der ‚Schlaf der Gerechten‘, der uns – stets im Brustton der Überzeugung – in nicht mehr zu steuernde metastasierende Katastrophen hat schliddern lassen, durch den Verlust an ausgleichendem Einsatz aufgeklärter Menschen-Bildung, die über Wissenshaufen hinausgeht.
Nicht enttäuscht – aber im Regelwiderspruch im Rahmen einer Aufklärungstradition grüßt
Kai Hansen

Ohne ein gelebtes Ideal der Mitte, sinkt Europa in ein Chaos

Das Verhältnis zwischen der EU, den USA und Russland ist derzeit dramatisch schlecht. Der im Vergleich größten Gefahr ist dabei Europa ausgesetzt, nicht die fernen USA und nicht das große Russland. Es rächt sich das Werte- und Verfassungsvakuum im einseitig wirtschaftsorientierten Europa. Und der Beitrag des ökonomischem Kalküls an den Kriegsschauplätzen ist groß.  Der deutsche Pokal der „Exportweltmeisterschaft“ glänzt, ist politisch aber aus Blech. Was hilft es, wenn in Europa niemand mehr mitspielen kann? Wozu hilft es, wenn im Nahen Osten Extremisten marodieren?

Was die Einschätzung der Lage angeht, herrscht eine babylonische mediale und politische Verwirrung und jede Menge Eskalationsrhetorik. Wir sind ‚Krise‘ ja gewohnt. Das wird nicht zuletzt gesteigert, wenn bei einem NATO-Treffen in Wales 2014 schweres Kriegsgerät vor dem Tagungshotel aufgefahren wird und der politische NATO-Oberst Rasmussen seine Stunde als Kriegstreiber gekommen sieht. Wie lächerlich einerseits, wie dünkelhaft andererseits.

Selbst der Bundespräsident Gauck macht bellizistische Außenpolitik, wenn er in Richtung Russland (Rede in Polen) öffentlich verspricht: „Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen.“ Dem Mann fehlt die Erfahrung der Entspannungspolitik seit den 70er-Jahren in Deutschland. Er hat es einfach nicht drauf. Große Politik war immer Friedenspolitik. Dass es widersprüchlich ist, statt mehr Flüchtlinge aufzunehmen, mehr Waffen in Stellung zu bringen, das sollte auch einem Pfarrer zugänglich sein, einem Präsidenten allemal.

Heute scheint es, besonders innerhalb der bundesrepublikanischen Politik und den Leitmedien an geschichtlicher Bildung – und einem Verständnis für Verfassungs-Ideale und europäische Basisstrategien zu fehlen. Persönlichkeiten wie De Gaulle-Adenauer scheinen weit weg gerückt. Ideale sind Ideologien gewichen. Zumindest fehlt die Zukunftsperspektive bei der alternativelosen Berliner Führungsriege, denen gegenüber sich resignierte Apathie oder anpässlerischer Einheitsbrei verbreitet. Die Krise als Normalzustand und Politikersatz, damit zeigt die „marktkonforme Demokratie“ ihr unverträgliches Wesen, im Wortsinn.

Machtkalkül, Lügen, Landnahmen, Diebstahl, Erpressung, Korruption, – das alles sind keine Eigenschaften, die nur ein Putin anwendet. Er macht das lediglich unverschämt offen, was man „im Westen“ lieber schönfärberisch als ‚Kampf für Freiheit‘ bezeichnet oder gar als ’neue Weltordnung‘. Dabei geht man gerne auch an die Grenzen und darüberhinaus, mit Waffengewalt. Der Anspruch moralischer Überheblichkeit hat dabei viel mit Machtstreben zu tun, weniger mit einem von Fairness getragenen „.. Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“. (Albert Schweitzer)

In bezug auf die EU-Ukraine-Russland-Krise scheint es mir schlimm, wenn in den Diskussionen hierzulande eine schwarz-weiß Rhetorik Platz greift. Auf der einen Seite die Ecke der Faschisten in Kiew, auf der anderen das schlimme Wort gegen die „Putin-Versteher“. Das erinnert – wie weiland auch die Bezeichnung „Wutbürger“, – an Hass-Propaganda mit der Goebbels Juden und Kommunisten stigmatisierte. Solcherlei ist allzu billig und dient der Abtötung von Diskurs. Ist die Besonnenheit der Nachkriegszeit ebenfalls mit der Mauer gefallen? Ist das Einzige, was wir noch können die Märktelogik?

Ich möchte an alle politischen Lager-Bewohner appellieren, sich an den Begriff der europäischen, um Ausgleich bemühten Mitte-Politik zu erinnern, trotz der fraglosen Anerkennung der Westbindung.  Das würde den derzeit herrschenden, stark polarisierenden Ton doch wesentlich ändern.

Es scheint doch eine unabhängige Ruhe, die sich aus strategisch-politischer und europäischer Werte- und Verfassungs-Sicherheit speist, zu fehlen. Mindestens aber fällt derzeit auf, daß der Grad an Reflektion und Selbsterkenntnis „im Westen“ weit weniger ausgeprägt ist, als das Zeigen mit dem Finger auf „Gegner“ nach dem Motto: „Haltet den Dieb, dort läuft er“.
Man steht selbst auf der Seite der Guten und erhebt sich über den Rest. Das Chaos der Meldungen erinnert zumindest auch auf unserer Seite an Zeiten, denen dann ein Krieg folgte.

Kein noch so zwingend geboten erscheinendes Wohlstands- oder Marktzugangs-Argument rechtfertigt Kriegstreiberei oder die Aufhebung staatlicher Rechtssicherheit. Ebenfalls rechtfertigt kein Wachstumsversprechen (für was und wen?) eine Vasallen-Position gegenüber aggressiver Investoren-Politik.

Europa muß eine friedenswahrende Mitte bilden oder es wird nicht bestehen können. Das ist unser Erbe, nichts anders. Frieden ist schön, aber er macht Arbeit. (frei nach Karl Valentin)

Wenn wir in Europa aus wirtschaftlichem Expansionsdrang heraus unsere um Partnerschaftlichkeit und Ausgleich ringende europäische Mittelstellung aufgeben, wenn wir also, zuvorderst in Deutschland neuerdings aufhören, für soziale Fairness,  Solidarität und schutzgewährende Rechtsstaatlichkeit zu kämpfen, dann wird der europäische Freiheitsgedanke ad absurdum geführt. Dann helfen uns auch Drohungen und Waffenlieferungen nicht mehr, dann wird auch Europa als Aggressor wahrgenommen und zunehmend Gegenstand von aggressiver Ablehnung.

Als Folge der westlichen Überlegenheits-Hybris werden sich schließlich an kein staatliches Recht gebundene radikale Kräfte freisetzen, die dann als „wahre“ Moral- und Ordnungshüter auftreten – und zwar gewaltig. Was man selbst am stärksten verwünscht und abspaltet, tritt ein.

Europa darf sich nicht einseitig an das aggressive ökonomische Wachstumsdogma binden, – und das auch noch in den kulturellen Mantel von „Freiheit“ kleiden wollen.

Europa definiert Freiheit als die Wahrung der Freiheit der Anderen.  

Und das geht weder durch Ideale-freies Laissez faire, noch durch ideologische Engführung im Rahmen eines aggressiven Finanzkapitalismus, der alle Rechtsnormen, die staatliche Grundversorgung sicherstellen wollen, schein-legal und schein-legitim ad absurdum führt.